Cannabis-Schimmel erkennen, vorbeugen und sicher lagern
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Sowohl auf Cannabispflanzen als auch auf getrockneten Blüten kann sich Schimmel bilden. Häufig ist Schimmel schwer wieder loszuwerden und kann dir deinen ganzen Vorrat bzw. deine Ernte zunichte machen. Dieser Artikel zeigt dir, was du über Cannabis-Schimmel wissen musst und welche Maßnahmen bei verschimmeltem Weed helfen.
Schimmel auf Cannabis kann sehr tückisch sein und ist nicht immer gleich zu sehen.
Der Konsum kann deine Gesundheit stark beeinträchtigen, weshalb du die gängigen Anzeichen kennen solltest.
Cannabis-Schimmel entsteht in der Regel durch eine falsche Lagerung oder Fehler beim Anbau.
Du solltest auf keinen Fall verschimmeltes Cannabis konsumieren, da es eine erhebliche Bedrohung für deine Gesundheit darstellen kann!
Schimmel – was ist das überhaupt? Einige Pilzarten können die Struktur „Schimmel“ bilden. Feuchtigkeit, eine falsche Lagerung oder mangelnde Luftzirkulation schaffen die optimalen Bedingungen für solche Pilze. Das Mikrobiom gerät aus den Fugen und Schimmel bildet sich.
Zu Beginn ist Cannabis-Schimmel nur mit dem Mikroskop zu entdecken. Die feinen Sporen und Fäden sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Dennoch bergen sie bereits eine immense Gefahr – für deinen gesamten Vorrat sowie für deine Gesundheit. Wenn deine Cannabis-Buds oder -Pflanzen erst einmal zu schimmeln begonnen haben, nimmt der Prozess seinen Lauf. Still und heimlich wächst der Cannabis-Schimmel.
In der Natur ist Schimmel dafür da, organische Stoffe biologisch abzubauen. Dazu sondert er bestimmte Enzyme ab. Er benötigt ein feuchtes Milieu und Wärme. Das ist manchmal sowohl bei gelagerten Cannabisblüten als auch bei Pflanzen im Grow-Zelt gegeben.
Die größten Risikofaktoren für Cannabis-Schimmel sind daher:
Sowohl Cannabispflanzen als auch getrocknete Blüten benötigen stabile Verhältnisse, damit sich kein unerwünschter Schimmel bildet.
Cannabis-Schimmel ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Deshalb haben wir die 5 wichtigsten Anzeichen für dich zusammengetragen, die auf Schimmel auf deinen Cannabisblüten hindeuten:
Ist das Schimmel oder sind das nur die Trichome, die natürlicherweise auf den Cannabis-Buds sitzen? Vor allem unerfahrene Konsumenten sind sich hier oftmals unsicher. Doch eines sei dir gesagt: Es ist gar nicht so schwierig, Cannabis-Schimmel von Trichomen zu unterscheiden.
Trichome sind Harzdrüsen auf Cannabisblüten, die Cannabinoide und Terpene produzieren sowie einen Schutz vor Umwelteinflüssen für die Pflanze darstellen. Sie sehen wie kleine Kristalle aus und werden oft als milchige, klare oder bernsteinfarbene funkelnde Punkte beschrieben. Zudem reflektieren sie Licht.
Dagegen sieht Schimmel auf Cannabis ganz anders aus: Er macht sich eher als weißer, grauer, brauner oder schwarzer Belag bemerkbar, der pudrig oder flockig wirkt. Er sieht matt aus – selbst wenn er beleuchtet wird.
Wenn du dir nicht ganz sicher bist, solltest du jedoch vom Konsum des betreffenden Cannabis absehen. Besser ist es, hier nichts zu riskieren.
Verschimmeltes Cannabis gilt als sehr gefährlich. Doch warum eigentlich? Die Mikroorganismen, um die es sich bei Schimmel handelt, dringen tief in das Cannabis ein und stellen Fremdkörper dar, die auf unterschiedliche Weise Schaden verursachen können.
Zu den häufigsten Schimmelpilzen, die auf getrockneten Cannabisblüten anzutreffen sind, gehören:
Diese Schimmelarten sind es übrigens auch, die bei Cannabis vom Schwarzmarkt regelmäßig nachgewiesen werden. Abgesehen davon, dass dieses Cannabis in Deutschland illegal ist, ist das ein guter Grund, es nicht zu konsumieren.
Der Cannabis-Schimmel hat eine erstaunliche Eigenschaft: Er überlebt Hitze. Und das macht ihn für Konsumenten so gefährlich. Selbst wenn du dein Cannabis rauchst, verdampfst oder anderweitig erhitzt, bleiben die Sporen bestehen. Noch schlimmer: Sie nisten sich sogar in deinem Vaporizer ein.
Die Begleitstoffe der Schimmelsporen – auch Mykotoxine genannt – gelangen in deinen Körper. Diese sind so vielfältig, dass gar keine vollständige Übersicht gegeben werden kann. Zu nennen sind aber vor allem Aflatoxin B1, das stark giftig und krebserregend ist, und Citrinin, das deine Nieren angreift.
Gesunde Konsumenten müssen nicht zwangsläufig beim einmaligen Konsum einen Schaden davontragen oder krank werden – doch es ist nicht auszuschließen. Vor allem aber ist der regelmäßige Konsum von verschimmeltem Cannabis fatal. Du setzt dich kontinuierlich toxischen Schadstoffen aus, die deiner Gesundheit nach und nach immer mehr zusetzen.
Cannabis-Patienten, die Vorerkrankungen wie Krebs, eine HIV-Infektion oder Autoimmunerkrankungen mitbringen, leiden schneller unter dem Konsum. Ihr Immunsystem ist ohnehin geschwächt, was es dem Cannabis-Schimmel leicht macht, sie krank zu machen.
Die richtige Lagerung von Cannabis ist das A und O, um gefährlichen Schimmel zu vermeiden. Tatsächlich ist es auch gar nicht so schwierig, Cannabisblüten schimmelfrei zu halten. Alles, was es dafür braucht, ist ein dunkler und kühler Ort, an dem stabile Bedingungen herrschen.
Ungeeignet sind Räume wie die Küche. Hier kommt es Tag für Tag zu starken Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ein feuchtwarmes Klima entsteht und deine Cannabisblüten beginnen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu schimmeln.
Viel besser geeignet ist ein wenig beheizter Raum. In einem Schrank, in dem die Blüten vor Licht und Wärmequellen geschützt sind, können sie in einem Glasbehälter sicher gelagert werden. Inzwischen gibt es sogar spezielle Behälter mit einem integrierten Feuchtigkeitsregulator.
Die idealen Bedingungen: 15 bis 25 °C bei 55 bis 65 % Luftfeuchtigkeit.
In der Theorie ließe sich Cannabis, das von Schimmel befallen ist, unter Umständen noch retten. Viel Aufwand, eine Menge Expertise und ein gut ausgestattetes Labor wären dafür notwendig. Doch die Praxis sieht ganz anders aus.
Wenn du Schimmel an deinen getrockneten Cannabisblüten feststellst, ist es bereits zu spät. Wie bereits eingangs erwähnt, ist Schimmel zunächst mikroskopisch klein. Wenn er sichtbar wird, ist davon auszugehen, dass bereits der gesamte Vorrat kontaminiert ist.
Cannabis mit Schimmel lässt sich weder durch Trocknen, Reinigen, Backen oder Ausschneiden wieder zu einem sicheren Produkt verwandelt. Verantwortungsvoll und sicher ist nur der Weg in den Mülleimer – so schmerzlich es auch sein mag.
Wenn du Cannabis selbst anbaust, setzen die Maßnahmen gegen Schimmel schon viel früher an. Cannabis kann bereits an der Pflanze zu schimmeln beginnen. Die Ursachen sind die gleichen wie bei getrockneten Blüten: stagnierte Luft, zu hohe Luftfeuchtigkeit, klimatische Schwankungen. Auch eine schwache Genetik deiner Cannabispflanzen kann das Risiko einer Schimmelbildung erhöhen.
Folgende Arten von Schimmel können deine Pflanze befallen:
Es steht und fällt mit dem Saatgut. Die meisten Anbieter arbeiten an genetisch starken Cannabissamen, doch es gibt auch schwarze Schafe. Minderwertiges Saatgut kann in schwächlichen Pflanzen resultieren, die zu Schimmel und Pflanzenkrankheiten neigen.
Hobbygärtner, die sich ihren Cannabisvorrat selbst anbauen möchten, sollten den Wachstumsraum zunächst richtig ausstatten und in der Folge kontinuierlich überwachen. Mit einem Hygrometer hast du die Luftfeuchtigkeit stets im Blick und über eine Belüftung stellst du sicher, dass die Luft in deinem Gewächshaus oder Grow-Zelt nicht „steht“.
Die idealen Anbaubedingungen von Cannabis, um Schimmel vorzubeugen, sind 24 bis 26 °C und je nach Wachstumsphase 30 bis 70 % Luftfeuchtigkeit. Wichtig ist vor allem, die Luftfeuchtigkeit in der Wuchsphase auf 40 bis 70 % zu senken und während der Blüte 50 % nicht zu überschreiten.
Einige Cannabiszüchter beschneiden ihre Cannabispflanzen regelmäßig. Dabei entfernen sie die unteren Zweige und Blätter, was einerseits die Luftzirkulation verbessert und andererseits gewisse Arten von Cannabis-Schimmel bekämpft. Zudem solltest du deine Pflanzen immer wieder kontrollieren. Wenn dir eine Stelle oder ein Blatt verdächtig vorkommt, ist es besser, dich davon zu trennen.
Vor allem Cannabis vom Schwarzmarkt ist dafür bekannt, häufig mit Schimmel kontaminiert zu sein. Dieses Gesundheitsrisiko ist ein wichtiger Grund dafür, weshalb dieses Cannabis illegal ist.
Streng kontrolliertes und eingehend geprüftes Cannabis erhältst du in spezialisierten (Online-)Apotheken. Medizinisches Cannabis ist frei von Schimmelsporen, Bakterien, Hefen und anderen Stoffen, die in Weed nichts zu suchen haben.
Da Medizinalcannabis als Arzneimittel behandelt wird, gibt es klare und vor allem strenge regulatorische Vorgaben. Vom Anbau über die Lagerung bis hin zum Verkauf – hier wird kein Risiko eingegangen, damit Patienten die bestmögliche Qualität erhalten. Garantiert schimmelfreies Cannabis erhältst du daher nur in Apotheken.
Schimmel auf Cannabis kann für Konsumenten sehr gefährlich werden. Vor allem Cannabis vom Schwarzmarkt ist oft mit Schimmel kontaminiert, was vielen Käufern gar nicht auffällt. Die beste Lösung ist daher der Kauf von medizinischem Cannabis. Um keinen Schimmel durch die Lagerung zu riskieren, solltest du einen kühlen, lichtgeschützten Ort wählen, der keinen starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist.
Wenn die Buds von Natur aus braun sind, ist eine Verfärbung womöglich nicht direkt festzustellen. Wenn die Blüten jedoch zusätzlich Flecken bekommen, muffig oder modrig riechen, sich hinsichtlich der Konsistenz verändern oder pelzige Strukturen aufweisen, liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Schimmel vor.
Trichome sind glänzend und klar strukturiert. Sie funkeln geradezu und reichen von klar über milchig bis bernsteinfarben. Cannabis-Schimmel hingegen wirkt matt und pelzig. Unter dem Mikroskop kannst du Flecken oder eine netzartige Struktur entdecken. Zusätzliches Licht hilft ebenso bei der Unterscheidung: Trichome reflektieren licht, während Schimmel matt bleibt.
Cannabispflanzen neigen bei über 60 % Luftfeuchtigkeit zu Schimmel. Beim Trocknen sind 50 bis 60 % empfehlenswert. Getrocknete Buds sollten bei 55 bis 65 % gelagert werden.
Manche Cannabissorten haben eine schwächere Genetik und sind dadurch anfälliger für Schimmel und andere Pflanzenkrankheiten. Achte daher immer auf hochwertiges Saatgut, wenn du dich an den Eigenanbau von Cannabis wagen möchtest.
Grauschimmel, Mehltau, Rußschimmel und Wurzelfäule sind die häufigsten Schimmelarten, die Cannabispflanzen befallen. Durch passende Anbaubedingungen und richtige Pflege kannst du einen Befall oder die Ausbreitung vermeiden.