CBG und CBD Unterschied: Alles, was du über die Cannabinoide wissen solltest
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Die Cannabispflanze enthält viele verschiedene Cannabinoide. Besonders bekannt sind CBD und THC. Doch es gibt noch weitere Cannabinoide, die eine Rolle spielen – zum Beispiel CBG. Worin die Unterschiede zwischen CBG und CBD liegen und was du bei der Einnahme beachten solltest, zeigen wir dir in diesem Artikel.
CBG und CBD sind zwei Cannabinoide, die natürlicherweise in der Cannabispflanze vorkommen.
CBG und CBD weisen ein paar Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten auf.
Häufig werden CBG und CBD kombiniert, um vorteilhafte Effekte zu erzielen.
Cannabigerol und Cannabidiol werden auch in Zukunft rege erforscht, um noch mehr Behandlungsmöglichkeiten zu sichern.
Cannabidiol – kurz: CBD – ist ein Cannabinoid, das sehr bekannt ist. Die meisten Cannabisprodukte enthalten CBD und manche basieren ausschließlich darauf. Doch die Cannabispflanze bietet noch viel mehr. Ein weiteres interessantes Cannabinoid ist Cannabigerol (CBG).
CBD steht für Cannabidiol. Neben THC handelt es sich um das bekannteste Cannabinoid. Der Unterschied zwischen THC und CBD besteht darin, dass CBD nicht psychoaktiv wirkt. Das bedeutet, dass es keinen Rauschzustand hervorruft. CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System und wird im medizinischen Bereich auf vielfältige Weise eingesetzt. CBD entsteht in reifen Cannabispflanzen.
CBG steht für Cannabigerol. Dieses Cannabinoid ist nicht so bekannt wie Cannabidol, obwohl es häufig als „Mutter-Cannabinoid“ bezeichnet wird. Die Bezeichnung rührt daher, dass Cannabigerol (CBG) der Vorläufer von CBD und THC ist. CBG ist vorwiegend in jungen Cannabispflanzen enthalten und baut sich mit der Zeit immer weiter ab, wenn andere Cannabinoide entstehen.
CBG und CBD haben mehr gemeinsam als nur die Tatsache, dass sie beide Cannabinoide sind. Beide stammen aus der Cannabispflanze und werden dort in den Cannabis-Trichomen gebildet. Sie interagieren beide mit dem menschlichen Endocannabinoid-System – genau genommen mit den CB1- und CB2-Rezeptoren.
Im Gegensatz zu THC sind CBG und CBD nicht psychoaktiv. Sie lösen also beide keinen Rauschzustand aus. Kombiniert mit Terpenen und Flavonoiden tragen sie zum sogenannten Entourage-Effekt bei. Eine synergistische Wirkung entsteht.
Ein grundlegender Unterschied zwischen CBG und CBD besteht darin, dass sie in unterschiedlichen Pflanzenphasen auftreten: CBD ist in reifen Blüten zu finden, während die CBG-Konzentration bei jungen Pflanzen höher ist. Daher fällt auch die Wirkung der beiden Cannabinoide unterschiedlich aus.
CBD und CBG werden in der Medizin sehr geschätzt. Den beiden Cannabinoiden werden positive Wirkungen zugeschrieben. Doch auch hier sind Unterschiede zwischen CBG und CBD festzustellen. Wie wirkt CBD? Und was passiert bei der Einnahme von CBG im Körper?
CBG und CBD weisen unterschiedliche chemische Strukturen auf. Das hat einen Einfluss darauf, wie sie mit dem Endocannabinoid-system interagieren. Zwar stimulieren beide die CB1- und CB2-Rezeptoren, doch während CBD eher indirekt auf sie einwirkt, interagiert CBG eher direkt mit ihnen. So ergeben sich unterschiedliche Effekte.
CBD werden folgende Effekte zugeschrieben:
CBG soll folgendermaßen wirken:
Somit gilt, dass es bei der Wirkung von CBD und CBG zwar Unterschiede, aber auch die ein oder andere Gemeinsamkeit gibt. Daher kommen sie oftmals bei ähnlichen Beschwerden zum Einsatz. Wie wir in unserem Artikel zu Breitspektrum und Vollspektrum CBD bereits gezeigt haben, lohnt sich die Kombination.
Die Unterschiede zwischen CBG und CBD in ihrer Wirkung deuten darauf hin, dass sie bei unterschiedlichen Beschwerden zum Einsatz kommen. Tatsächlich gibt es verschiedene Anwendungsbereiche, in denen die Cannabinoide eine Rolle spielen. Allerdings sind die Überschneidungen vielfältig – CBD und CBG kommen bei vielen Beschwerden in Kombination infrage.
CBD wird vor allem bei Angstzuständen, innerer Unruhe und Stress eingesetzt. Auch Schlafprobleme können mit Cannabidiol behandelt werden. Des Weiteren kommt das Cannabinoid auch bei Multipler Sklerose und Epilepsie zum Einsatz. CBD soll Spastiken reduzieren. Viele unterstützen auch entzündliche Schmerzen und Muskelverspannungen mit CBD, um Linderung zu erfahren. Aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung verwendet man Cannabidiol bei Magen-Darm-Beschwerden wie Morbus Crohn oder Reizdarm.
CBG kann ebenfalls bei Schlafstörungen und Angstzuständen verwendet werden. Gleichzeitig soll es bei chronischen Schmerzen, Neuropathien und muskuloskelettalen Beschwerden helfen. Die neuroaktive Wirkung macht es hilfreich für Parkinson-Patienten und Personen mit Multipler Sklerose. Ebenso deuten Studienergebnisse darauf hin, dass CBG einem Glaukom vorbeugen kann, da es den Augeninnendruck senken soll. Genauso wie CBD soll auch CBG bei entzündlichen Darmerkrankungen helfen.
Sowohl CBD als auch CBG wird nachgesagt, das Hautbild zu verbessern. Äußerlich aufgetragen können die Cannabinoide Psoriasis und Akne lindern. Gleichzeitig werden Rötungen reduziert, was für Betroffene ein angenehmer Effekt ist.
Cannabidiol und Cannabigerol sind sich sehr ähnlich – sie teilen sich sogar eine Molekülformel. Allerdings unterscheiden sie sich in ihrer chemischen Struktur sowie in der Biosynthese. Das bedeutet in der Praxis, dass sie etwas unterschiedlich auf den Körper wirken.
CBD interagiert indirekt mit den CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems (ECS). Zudem beeinflusst Cannabidiol die Rezeptoren 5-HT1A, TRPV11 und GPR55. Diese sind für verschiedene Funktionen im Körper verantwortlich. 5HT1A ist ein Serotonin-Rezeptor, während TRPV1 für das Schmerzempfinden und GPR55 für die Regulation von Entzündungen verantwortlich sind.
CGB hingegen interagiert direkt mit dem ECS. Es aktiviert neben den CB1- und CB2-Rezeptoren auch a2-Adrenorezeptoren, was für wachmachende, neuroprotektive, appetitanregende und blutdrucksenkende Effekte sorgt. Zudem hemmt Cannabigerol TRPM8, was entzündliche Reaktionen dämpft und damit Schmerzen lindert.
CBG und CBD wirken beide auf das Nervensystem und die Psyche – allerdings mit ein paar Unterschieden:
Sowohl CBD als auch CBG werden in der Leber über sogenannte CYP450-Enzyme abgebaut – ganz ähnlich wie herkömmliche Medikamente. Der menschliche Körper wandelt sie in wasserlösliche Stoffe um, die über den Urin oder Stuhl ausgeschieden werden. Da CBD und CBG fettlöslich sind, haben sie eine niedrige Bioverfügbarkeit. Daher empfiehlt es sich, CBD und CBG gemeinsam mit Fett einzunehmen. Das ist auch der Grund dafür, dass die Cannabinoide meist in Form von öligen Tropfen verabreicht werden.
Allerdings gibt es auch Unterschiede bei der Verstoffwechselung von CBG und CBD:
Halbwertszeit |
Eigenschaften der Wirkung |
Bioverfügbarkeit |
|
CBD |
18-32 Stunden |
Wirkt stabiler und länger. |
Niedrig |
CBG |
9-18 Stunden |
Wird schneller abgebaut. |
Etwas höher |
CBG und CBD weisen ein paar Unterschiede auf. Doch genau das macht sie zu einer starken Kombination. Die beiden Cannabinoide ergänzen sich gegenseitig, sodass sie gemeinsam für eine noch bessere Wirkung sorgen können. Studien deuten auf synergistische Effekte hin.
Der Entourage-Effekt ist nicht zu verachten. Er entfaltet sich, da CBD das ECS indirekt moduliert und CBG direkt an die Rezeptoren bindet. Das verstärkt die Bindung von Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden ganz allgemein. Insgesamt wird der Kombination von CBG und CBD somit nachgesagt, eine höhere Wirksamkeit zu zeigen.
Wir haben ein paar Beispiele für dich zusammengetragen:
CBG und CBD sind in verschiedenen Cannabis-Produkten enthalten. Die Darreichungsformen unterscheiden sich nach Form der Einnahme, Wirkgeschwindigkeit, Wirkdauer und Anwendungsbereich. Wir haben die wichtigsten Produkte, die CBG und CBD kombinieren, mit ihren Unterschieden und Besonderheiten einmal für dich zusammengetragen:
Darreichungsform |
Form der Einnahme |
Wirkeintritt (Minuten) |
Wirkdauer (Stunden) |
Bioverfügbarkeit |
Anwendungsbereiche |
Öl / Tropfen |
sublingual |
15-30 |
4-6 |
Mittel |
Alltag; Stress; Schmerzen; Schlafstörungen; präzise Dosierbarkeit; diskret |
Kapseln |
oral |
30-90 |
4-8 |
Eher niedrig |
Alltag; Routine; kein Geschmack; diskret |
Vaporizer-Liquid |
Inhalation |
1-5 |
1-3 |
hoch |
Akute Beschwerden; schnelle Wirkung; nicht diskret |
Blüten |
Inhalation |
1-5 |
1-3 |
hoch |
Akute Beschwerden; schnelle Wirkung; nicht diskret |
Cremes, Salben |
topisch |
15-60 |
Mehrere Stunden |
Lokal begrenzt |
Gelenke; Muskeln; Hautprobleme |
Du siehst also, dass es mehrere Unterschiede zwischen Produkten mit CBG und CBD gibt. Die Wirkungsdauer von CBD-Blüten ist beispielsweise bei Weitem nicht so lang wie bei CBD-Ölen. Dafür setzt der Effekt wesentlich schneller ein.
Wenn du dir nicht sicher bist, welches Produkt mit CBD und CBG am besten zu dir passt und was deinen individuellen Bedürfnissen entspricht, solltest du das Gespräch mit deinem Arzt suchen. Dieser kann dich zu den unterschiedlichen Produkten beraten und dir das empfehlen, was für deine Situation das Beste ist.
Neben der Auswahl eines geeigneten Produkts mit CBG und CBD für deine Ansprüche spielt auch die Dosierung eine wichtige Rolle. Wenn kein THC enthalten ist, besteht zwar kein großes Risiko für Nebenwirkungen aufgrund einer Überdosierung. Doch selbst bei CBG und CBD solltest du mit einer geringen Dosierung beginnen, damit sich dein Körper langsam daran gewöhnen kann. Es kommt zwar sehr selten zu Nebenwirkungen, doch bei einer übermäßigen Dosierung kann es vorübergehend zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen kommen.
Eine Tierstudie hat ergeben, dass du bei CBG nicht mehr als 300 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu dir nehmen solltest. Das liegt allerdings weit über dem, was in der praktischen Anwendung üblich ist. Besser ist es, mit Dosen von 0,2 bis 1 mg / kg zu beginnen. Noch sinnvoller ist es, die Dosierung entsprechend deiner Beschwerden zu wählen:
Ideal ist es, wenn du dich bei der Dosierung deines CBD- und CBG-Präparats immer an die Packungsbeilage hältst. Eine Steigerung der Anfangsdosis sollte nur dann vorgenommen werden, wenn du dich sicher fühlst und die Cannabinoide gut verträgst.
Cannabinoide werden rege erforscht. Vor allem die CBG-Forschung boomt seit 2024 und 2025. Was ist der Forschungsstand zu CBG? Hier werden vor allem Studien zur antibakteriellen, antientzündlichen und neuroprotektiven Wirkung vorgenommen. Aktuell beschäftigen sich Forscher damit, ob CBG vielleicht sogar gegen Darmkrebs helfen kann.
Bei CBD konzentriert sich die Forschung eher darauf, wie das Cannabinoid bei MS-Spastiken unterstützen kann. Zudem gibt es aktuell Langzeitstudien zu Entzündungen – mit Fokus auf Morbus Crohn – und Psychose-Prävention.
Ungeklärt ist nach wie vor, wie sicher CBG und CBD in der langfristigen Einnahme sind und ob hohe Dosen nicht vielleicht die Leber schädigen können. Zudem fehlen noch Informationen zu Wechselwirkungen mit Medikamenten. Auch die Forschung zum Entourage-Effekt muss noch intensiviert werden, da dieser noch nicht standardisiert bewiesen ist.
CBD und CBG sind Cannabinoide, die viele Gemeinsamkeiten, aber auch ein paar Unterschiede aufweisen. Vor allem die Kombination beider Cannabinoide empfiehlt sich, da sie sich optimal unterstützen. Im Gegensatz zu THC sind weder Cannabidiol noch Cannabigerol psychoaktiv. Sie sind also rezeptfrei erhältlich und verursachen keinen Rauschzustand.
Der wohl größte Unterschied zwischen CBD und CBG besteht darin, dass CBG eher in jungen Pflanzen und CBD in reifen Blüten vorkommt. Zudem wirken sie auf unterschiedliche Weise im Endocannabinoid-System und sorgen dadurch für unterschiedliche Effekte.
Weder CBG noch CBD ist „besser“ gegen Angstzustände. Es gibt Unterschiede in der Art, wie die Cannabinoide wirken, weshalb sie eher kombiniert werden sollten, wenn du eine umfassende Lösung für Angstzustände suchst.
Ja, die Kombination von CBD und CBG ist sehr zu empfehlen. Viele CBD-Präparate kombinieren die beiden Cannabinoide, um für einen Entourage-Effekt zu sorgen. CBD und CBG ergänzen sich in ihrer Wirkungsweise wunderbar.