Unterschied Indica-Sativa: So erkennst du die wichtigsten Merkmale
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Die Welt des Cannabis ist vielfältig. Es gibt schier unzählig verschiedene Sorten, die mit unterschiedlichen Wirkungsweisen und Besonderheiten einhergehen. Eine wichtige Unterscheidung ist dabei Indica und Sativa. Welche Unterschiede zwischen Cannabis indica und Cannabis sativa bestehen und wie du die Cannabisarten voneinander unterscheiden kannst, erfährst du hier.
Cannabis indica und Cannabis sativa sind die zwei Cannabisarten, von denen zahlreiche Cannabissorten abgeleitet wurden.
Indica und Sativa unterscheiden sich hinsichtlich Wirkung, Optik, Aroma und Wachstum.
Sativa-Sorten sind tagsüber besser geeignet, während Indica-Cannabis ideal für den Abend ist.
Einige Wissenschaftler halten die Unterscheidung von Indica und Sativa nicht ausreichend, da es viele verschiedene Kreuzungen gibt.
Cannabis indica und Cannabis sativa sind die Bezeichnungen der zwei ursprünglichen Cannabisarten. Von ihnen wurden die Cannabissorten, die es heute gibt, abgeleitet – durch stetige und gezielte Kreuzungen.
Cannabis indica wird auch „indischer Hanf“ genannt. Die Art stammt aus kälteren, gebirgigen Regionen Zentralasiens und des indischen Subkontinents. In Gegenden wie Pakistan, Afghanistan, Nordindien, Tibet und Nepal findet man die ursprünglichen Indica-Pflanzen. Besonders bekannt für das Vorkommen von Cannabis indica ist die Hindukusch-Region.
Cannabis sativa hingegen – auch als „gewöhnlicher Hanf“ bezeichnet – hat seinen Ursprung in tropischen und äquatorialen Regionen wie Mittelamerika, Südamerika, Afrika und Südostasien.
Aus diesen regionalen Unterschieden ergeben sich eine Menge individueller Besonderheiten. Indica und Sativa weisen vor allem Unterschiede in den Bereichen Wirkung, Aroma, Wachstum und Optik auf. Mehr über die Herkunft von Cannabis kannst du in einem separaten Artikel nachlesen.
Übrigens: Cannabis sativa wurde vom schwedischen Botaniker Carl von Linné erstmalig 1753 beschrieben. Über Cannabis indica berichtete der französische Biologe Jean-Baptiste Lamarck 1785 zum ersten Mal.
Cannabis sativa und indica weisen erhebliche Unterschiede in ihrer Wirkung auf. Deshalb kommen sie in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Doch was ist charakteristisch für die beiden Cannabisarten?
Grundsätzlich geht die Wirkung von Cannabis immer auf die sogenannten Cannabionoide zurück. Besonders wichtig sind dabei Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Was sind die Unterschiede zwischen THC und CBD? THC ist dafür bekannt, euphorisierend zu wirken und einen Rauschzustand auszulösen. Allerdings kommt es auch in der Schmerztherapie und gegen Übelkeit zum Einsatz. CBD hingegen hat keine psychoaktive Wirkungsweise, sondern soll eher für innere Ruhe und Entspannung sorgen.
Ein Hauptunterschied zwischen Sativa und Indica besteht darin, dass das Verhältnis von THC und CBD unterschiedlich ist. Indica-Sorten tendieren zu höheren CBD- und geringeren THC-Gehalten, während Sativa typischerweise viel THC und wenig CBD enthält. Daraus ergibt sich folgende Wirkung:
Die Unterscheidung zwischen Indica und Sativa ist nicht nur bei Freizeitcannabis sehr wichtig, sondern auch im medizinischen Kontext. Es gibt verschiedene medizinische Cannabissorten mit unterschiedlicher Wirkung, die bei ganz unterschiedlichen Leiden und Beschwerden zum Einsatz kommen.
Typische Einsatzbereiche von Indica-Cannabis:
Klassische Anwendungsgebiete von Sativa-lastigen Cannabissorten:
Die Wirkung – und damit die Anwendungsbereiche – variieren je nach Sorte und Zusammensetzung von THC und CBD. Zudem spielt auch das Terpenprofil, also die enthaltenen Terpene eine entscheidende Rolle bei der Wirkung von Indica- und Sativa-Cannabis.
Inzwischen gibt es eine Reihe an Hybriden, die ein ausgewogenes Verhältnis an Indica- und Sativa-Genetik bieten. Diese werden als besonders gut verträglich deklariert und können noch gezielter bei gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt werden.
Grundsätzlich gilt also: Sativa-Sorten sind ideal für tagsüber, während Indica-Sorten optimal für den Abend sind.
Die Cannabispflanze erhält ihr Aroma durch die enthaltenen Terpene. Dabei handelt es sich um flüchtige Verbindungen, die in vielen Pflanzen zu finden sind. Bei der Cannabispflanze sorgen Terpene übrigens nicht nur für das Aroma, sondern sie beeinflussen auch die Wirkung. So sind Terpene dazu in der Lage, eine eigene Wirkung zu entfalten und die Effekte von CBD und THC durch den Entourage-Effekt zu modulieren. Doch welche Unterschiede gibt es zwischen Indica und Sativa, die das Terpenprofil betreffen?
Sativa-Sorten haben meist ein würziges, lebhaftes und zitroniges Aroma. Häufig erinnert ihr Geruch an Zitrusfrüchte, Pfeffer oder Kiefernbäume. Zudem ist ein frisches und leichtes Aroma charakteristisch für Sativa-Cannabis.
Indica hat im Unterschied zu Sativa ein eher intensives und schweres Aroma. Oft riecht es erdig, holzig oder fruchtig-süß. Konsumenten beschreiben das Indica-Aroma oft als intensiv und dicht.
Typische Sativa-Terpene:
Typische Indica-Terpene:
Cannabis indica und sativa unterscheiden sich in ihrem Duftprofil maßgeblich. Erfahrene Konsumenten können daher oft bereits am Aroma einer Cannabisblüte ausmachen, ob es sich um einen Indica- oder Sativa-lastigen Strain handelt.
Ein weiterer Unterschied zwischen Indica und Sativa fällt auf, wenn du dir die Pflanzen genauer ansiehst. Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, aus denen Cannabis indica und sativa stammen, weisen sie verschiedene Merkmale auf.
Indica-Pflanzen wachsen buschig und haben einen insgesamt kleineren, dichten Wuchs. Das liegt daran, dass sie aus Gegenden mit rauen Klimabedingungen stammen. Die Blätter von Cannabis indica sind breit, dunkelgrün und weisen grobe Zacken auf. Zudem sind die Blattspitzen kurz und stumpfer als bei Sativa-Pflanzen. Die Cannabisblüten – auch „Buds“ genannt – sind breit, dicht und kompakt.
Im Unterschied zu Indica ist für Sativa typisch, hoch und schlank zu wachsen. Die Pflanzen sind weniger kompakt, sondern eher luftiger. Auch die Blätter sind lang, schmal und fein gezackt. Die Blüten einer Sativa-Pflanzen sind länger, dünner und fluffiger.
Während Cannabis indica in der Regel 60 bis 110 cm hoch wird, können Sativa-Pflanzen eine Höhe von bis zu 4 Metern oder noch mehr erreichen. Das ist gerade für den Eigenbau sehr interessant.
Wenn du Cannabis selbst anbauen möchtest, ist die Unterscheidung zwischen Indica und Sativa sehr interessant für dich. Indica wächst kompakt und ist daher ideal für den Indoor-Anbau geeignet. Zudem sind die Pflanzen robuster, weshalb du sie auch draußen anbauen kannst, wenn du wenig Platz im Garten hast.
Sativa-Pflanzen hingegen sind weniger anfällig für Schimmel, da sie eine so lockere Struktur aufweisen. Da sie allerdings deutlich höher werden, ist es ratsam, in ein großes Grow-Zelt zu investieren und den nötigen Platz für den Anbau zu schaffen.
Zudem ist die Blütezeit bei Indica kürzer als bei Sativa. Wenn du also schnell zu einer reichen Ernte kommen willst, kann Indica die ideale Wahl für dich sein.
Wie bereits erwähnt, wurden schon zahlreiche Cannabissorten gezüchtet. Diese entspringen gezielten Kreuzungen aus Cannabis sativa und indica. Diese Züchtungen ergaben Cannabis-Hybride sowie Indica- und Sativa-lastige Sorten. Reine Sativa- oder Indica-Sorten gibt es heute kaum noch – Hybride liegen schwer im Trend.
Hybride bieten den großen Vorteil, dass sie so gezüchtet wurden, dass sie eine bestimmte Wirkung erzielen. So profitiert beispielsweise die Medizin von Cannabis-Hybriden, da es eigene Sorten gegen Schlafstörungen gibt, Strains gegen Migräne und Cannabis für ADHS-Patienten. Die Einsatzbereiche von Cannabis sind unter anderem deshalb so vielfältig.
Bei den Hybriden lohnt es sich, zwischen 50/50-Hybriden, Sativa-dominanten und Indica-dominanten Hybriden zu unterscheiden:
50/50-Hybride sind in ihrer Sativa- und Indica-Genetik sehr ausgewogen. Der Zweck dieser Sorten besteht darin, sowohl belebend als auch entspannend zu wirken. Folgende Eigenschaften sind charakteristisch für diese Cannabissorten:
Sativa-dominante Hybride wirken so ähnlich wie reines Cannabis sativa, nur dass sie etwas gemäßigter sind. Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile:
Der Unterschied zwischen Indica und Sativa ist klar. Indica-lastige Hybride wirken daher wie Cannabis indica, bieten aber ein ausgewogeneres Erlebnis:
Eine Cannabisart, über die bis hierhin noch kein Wort verloren wurde, ist Cannabis ruderalis. Es handelt sich um eine eigene Pflanzenart, die häufig in Sativa- und Indica-Züchtungen eingekreuzt wird. Doch wozu?
Cannabis ruderalis weist einen nur sehr geringen Gehalt an THC auf. Diese Pflanzen kommen nicht zu Freizeitzwecken zum Einsatz, da sie keine psychoaktive Wirkung haben. Allerdings bringen Ruderalis-Pflanzen einen hohen CBD-Gehalt mit. Das macht die Pflanzenart für den medizinischen Gebrauch sehr interessant. Cannabis-Patienten, die eine Cannabistherapie mit wenig THC, dafür mehr CBD durchführen möchten, sind mit Sorten, die Ruderalis-Genetik enthalten, optimal beraten.
Auch für Personen, die ihr Cannabis selbst kultivieren möchten, ist Cannabis ruderalis sehr praktisch. Durch das Einkreuzen dieser Genetik erhalten Cannabispflanzen die sogenannte Autoflowering-Eigenschaft. Das bedeutet, dass die Pflanzen unabhängig vom Lichtzyklus blühen, was dir viel Aufwand einspart und die Ernte zuverlässiger macht. Ruderalis-Pflanzen gelten überdies als besonders anpassungsfähig und robust und ermöglichen mehrere Ernten pro Saison, was den Ertrag steigert.
Somit gilt: Die Einkreuzung von Ruderalis-Genetik in Indica- und Sativa-Sorten vereint das Beste aus allen drei Cannabisarten. Es entstehen widerstandsfähige Pflanzen mit einer lichtunabhängigen Blüte, die eine kräftige und vielfältige Wirkung aufweisen.
In vielen Shops und Apotheken werden Cannabissorten unter anderem in Indica und Sativa aufgeteilt. So lassen sich die vielen verschiedenen Züchtungen optimal klassifizieren. Doch nicht jeder ist der Meinung, dass die Unterteilung in Indica- und Sativa-lastige Sorten so zielführend ist. Einige Experten kritisieren, dass sie wissenschaftlich nicht ausreiche. Das läge daran, dass man die biochemische Zusammensetzung nicht anhand äußerer Merkmale bestimmen kann.
Ein großer Kritikpunkt besteht darin, dass es viele Kreuzungen gibt, die bereits aus Kreuzungen entsprungen sind. Reine Cannabis Sativa- und Indica-Sorten gibt es demnach nicht mehr. Zudem beeinflusst die individuelle Chemie der Pflanzen die Reaktion der Konsumenten stark. Viel zu wenig Beachtung bekommen auch die Terpene, welche gemäß einiger Wissenschaftler eher angeführt werden sollten als Sortenbezeichnungen.
Fakt ist: Die Wirkung von Cannabis wird von unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst. Daher solltest du bei der Auswahl einer medizinischen Cannabissorte nicht rein nach „Sativa“ oder „Indica“ suchen, sondern auch deine individuellen Präferenzen oder Beschwerden einfließen lassen. Übrigens wirken Sorten auch je nach persönlicher Toleranz, Dosis und Konsumform recht unterschiedlich.
Um eine sichere Wahl zu treffen, ist das Gespräch mit einem Arzt unverzichtbar. So kannst du die richtige Sorte für deine Bedürfnisse finden und eine Cannabistherapie beginnen, die wirklich auf deinen Bedarf ausgerichtet ist. Medizinisches Cannabis wird zudem immer im Labor auf seine Wirkung geprüft. So streng kontrolliertes Cannabis bekommst du nirgendwo außer in (Online-)Apotheken.
Wichtig ist dabei auch immer ein verantwortungsvoller Gebrauch – dieser sollte das A und O sein, unabhängig davon, ob du Indica, Sativa oder Hybride konsumierst.
Suchst du nach einer medizinischen Cannabissorte für deine Beschwerden? Dann ist es tatsächlich sinnvoll, nicht nur nach der Bezeichnung „Sativa“ und „Indica“ zu gehen, sondern dich intensiv mit der jeweiligen Wirkung zu befassen. Folgendermaßen findest du die richtige Sorte für deinen Bedarf:
Es gibt viele verschiedene Cannabissorten, die sich grob in Indica- und Sativa-lastige Strains unterscheiden lassen. Die Unterschiede zwischen Indica und Sativa sind hinsichtlich der Wirkung, der Optik, des Aromas und weiterer Faktoren klar zu sehen. Wichtig ist jedoch, dass du dich mit den einzelnen Sorten, die heute zumeist Hybride sind, befasst, und nicht blind nach „Indica“ oder „Sativa“ gehst, da die Grenzen schnell verschwimmen.
Stoned – also entspannend und beruhigend – sind eher Indica-lastige Sorten, während Sativa für ein High, also ein belebendes und aktivierendes Gefühl sorgt.
Welche Art von Cannabis am besten für dich ist, hängt von deinen individuellen Bedürfnissen ab. Medizinische Cannabis-Patienten greifen oft zu Hybriden, die eine ausgewogene Mischung zwischen Indica und Sativa darstellen.
Indica-Cannabis gilt als schlaffördernd, da es dich müde macht und entspannt. Sativa-Cannabis ist vor dem Schlafengehen eher ungeeignet, da es anregend und aktivierend wirkt.