Cannabis Trichome erklärt: So funktionieren die Wirkstofffabriken von Cannabis
|
|
Time to read 9 min
|
|
Time to read 9 min
Wenn du dir eine Cannabispflanze ganz genau ansiehst, erkennst du feine „Härchen“, an denen eine harzige Flüssigkeit klebt. Dabei handelt es sich um die Cannabis Trichome! Diese sehen nicht nur faszinierend aus, sondern sind auch extrem wichtig für die Wirksamkeit von Cannabis. Was es mit Cannabis Trichomen auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel!
Cannabis Trichome sind wichtig für die Produktion von Cannabinoiden, Terpenen und anderen Pflanzenstoffen.
Daher beeinflusst die Menge an Trichomen die Wirkung und Qualität von Cannabis.
Wenn die Trichome milchig oder bernsteinfarben sind, ist der ideale Erntezeitpunkt gekommen.
Mit einem Mikroskop behältst du den Überblick und kannst deine Buds genau analysieren.
Jede Cannabispflanze braucht sie: Trichome. Sie sitzen als winzige, haarähnliche Drüsenstrukturen auf der Oberfläche der Cannabisblüte und erfüllen dort einige sehr wichtige Aufgaben. Trichome sind dazu da, die Pflanze zu schützen – einerseits vor Schädlingen und andererseits vor Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung.
Zu diesem Zweck sondern Cannabis Trichome eine harzartige Flüssigkeit ab. Das Cannabis Harz verleiht den Blüten ein frostiges, klebriges Aussehen. Von milchig bis bernsteinfarben sind verschiedene Färbungen möglich. Es gibt sogar violette Trichome!
Zudem gelten die Trichome als die Hauptproduzenten von Terpenen und Cannabinoiden. Daher sind sie zu großen Teilen für die psychoaktive und therapeutische Wirkung verantwortlich. Auch das Aroma verschiedener Cannabissorten ist auf die Trichome zurückzuführen.
Übrigens: Der Begriff „Trichom“ leitet sich vom griechischen „Trichöma“ ab, das übersetzt „Haar“ bedeutet.
Trichome sind auch als Pflanzenhaare bekannt, da sie wie kleine Härchen auf der Cannabisblüte sitzen. Form, Dichte und Größe variieren je nach Sorte. Jedes Trichom ist von einer Schutzschicht umhüllt, unter der sich sogenannte Scheibenzellen befinden. Diese liefern die Enzyme für die Biosynthese. Außerdem enthält jedes Trichom einen Hohlraum, in dem die Wirkstoffe gespeichert werden. All das befindet sich im sogenannten „Kopf“ des Trichoms. Mit einem Stiel, der aus einer oder mehreren Zellen besteht, wird er mit der Oberfläche der Pflanze verbunden.
Cannabis Trichome lassen sich in unterschiedliche Typen unterteilen. Generell werden 3 Hauptarten unterschieden:
Neben dieser Unterteilung gibt es noch 2 weitere Formen von Trichomen:
Der Entstehung von Cannabis Trichomen liegen komplexe biologische Prozesse zugrunde. Diese finden während der Blütephase statt. Für erfahrene Züchter ist die Farbe der Cannabis Trichome ein zuverlässiges Signal für die Ernte.
Doch wie entstehen Trichome überhaupt? Zunächst bilden sich in der äußeren Zellschicht der Pflanzen – der sogenannten Epidermis – Harzdrüsen. Jetzt müssen Licht, Temperatur und genetische Signale zusammenspielen, damit sich bestimmte Zellen der Epidermis verändern. Sie durchlaufen eine Phase der Zellteilung und wachsen zu Cannabis Trichomen heran. Diese wachsen weiter und bilden je nach Trichomtyp einen Stiel und einen Kopf aus.
Neben den Farben gibt es noch andere Faktoren, die auf eine vollständige Reifung der Cannabisblüten hindeuten:
Neben all diesen Erkennungsmerkmalen gelten die Cannabis Trichome allerdings als zuverlässigste Methode, um den perfekten Erntezeitpunkt zu erkennen.
Wer das erste Mal Cannabispflanzen anbaut, stellt vielleicht fest: Die Trichome werden nicht milchig oder braun, sondern bleiben klar. Dafür gibt es verschiedene Ursachen:
Um den idealen Erntezeitpunkt für eine facettenreiche Wirkung zu treffen, solltest du die Trichome deiner Cannabispflanze stets im Blick behalten. Verschiedene Tools helfen dabei, den Reifegrad der Trichome zu überprüfen.
Am besten ist es, sich die Trichome einmal unter dem Mikroskop anzusehen. Hier erkennst du Strukturen, die mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen sind. Damit ist es viel einfacher, den perfekten Erntezeitpunkt zu bestimmen.
Kompakt und handlich sind sogenannte Taschenmikroskope. Sie ermöglichen eine 60- bis 100-fache Vergrößerung, mit der du Veränderungen der Trichome zuverlässig erkennen kannst. Einige greifen auch zum Handy-Mikroskop. Der Vorteil hiervon ist, dass du Fotos und Videos aufnehmen kannst, um sie später in Ruhe anzusehen. Allerdings sind Handy-Mikroskope häufig nicht so hochwertig, weshalb keine so präzise Arbeit wie mit einem Taschenmikroskop möglich ist.
Für die Dokumentation sind Handy-Mikroskope und spezielle Vergrößerungslinsen jedoch allemal sinnvoll. Spannend sind unter anderem Timelapse-Aufnahmen, sodass du den optimalen Überblick über die Reifung der Trichome hast.
Wer über ausreichend Platz verfügt, kann auch in ein herkömmliches Mikroskop investieren, das eine starke Vergrößerung sowie eine hohe Bildqualität bietet.
Sogenannte Zwitterpflanzen oder hermaphroditische Pflanzen besitzen vor allem auf den hybriden Blütenstrukturen Trichome. Dazu zählen:
Wie bei allen anderen Cannabispflanzen deuten auch hier milchige Trichome auf die ideale Ernte hin. Entferne Zwitter jedoch früh, um keine Bestäubung zu riskieren. Sie kann dir deine gesamte Ernte zunichte machen, weil sich Samen in den Cannabisblüten bilden.
Cannabis Trichome sind für die Bildung verschiedener Wirkstoffe verantwortlich. Damit sind sie extrem wichtig für den Eigenanbau, aber auch für jeden Hersteller von Cannabis-Produkten. Trichome beeinflussen den THC- und CBD-Gehalt sowie das Terpenprofil von Cannabis. Sie sind also entscheidend für Qualität und Wirkung.
Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sind die zwei wichtigsten Cannabinoide der Cannabispflanze. Die Unterschiede zwischen CBD und THC haben wir in einem separaten Artikel bereits aufgeführt. Sie werden genauso wie Cannabigerol (CBG), Cannabichromen (CBC) und andere Cannabinoide von den Trichomen produziert. Gerade aufgrund der medizinischen Einsatzbereiche sind die Wirkstoffe äußerst wichtig.
Trichome nutzen Enzymen, um die Vorstufe Cannabigerolsäure (CBGA) in Tetrahydrocannabinolsäure (THCA), Cannabidiolsäure (CBDA) und weitere Cannabinoidsäuren umzuwandeln. Diese Säuren sind es, die durch Erhitzen – beispielsweise im Zuge des Verdampfens mit einem Vaporizer – zu THC und CBD werden.
Nicht nur Cannabinoide werden von den Cannabis Trichomen gebildet – auch das Terpenprofil wird davon bestimmt. Was sind Terpene? Es handelt sich um flüchtige, aromatische Verbindungen, die einerseits eine eigene Wirkung haben und andererseits für das Aroma der Cannabisblüten sorgen.
Terpene wie Limonen, Linalool oder Myrcen sind durch den Entourage-Effekt sogar dazu in der Lage, die Wirkung von THC und CBD zu modulieren. Außerdem können sie selbst angstlösend, entzündungshemmend oder entspannend wirken.
Das Terpenprofil ist für den medizinischen Gebrauch, aber auch bei Freizeitcannabis sehr wichtig. Die fichtenartigen, fruchtigen, erdigen oder dieselartigen Aromen von Cannabis werden maßgeblich von den Trichomen bestimmt!
Gut zu wissen: Der biologische Prozess, der der Produktion von Terpenen zugrundeliegt, ist der sogenannte Isoprenoid-Stoffwechsel.
Baust du selbst Cannabis an und möchtest die Trichomproduktion deiner Pflanzen steigern? Tatsächlich ist das möglich. Wir haben die besten Tipps für dich vorbereitet:
Hin und wieder wird auch der Tipp gegeben, die Pflanzen absichtlich Stress auszusetzen. Gestresste Pflanzen wollen sich schützen und steigern die Produktion von Trichomen und Harz. Allerdings solltest du mit dieser Methode vorsichtig sein, da Stress bei Cannabispflanzen auch Krankheiten auslösen kann. Du solltest dieses Verfahren also nur wählen, wenn du genau weißt, was du tust.
Das A und O für eine hohe Trichomproduktion sind hochwertige Pflanzen. Daher solltest du bei der Auswahl von Samen oder Stecklinge immer auf eine hohe Qualität und stabile Genetik achten. Außerdem gibt es Sorten, die von Natur aus mehr Trichome ausbilden als andere.
Cannabis Trichome spielen eine große Rolle für die Pflanze selbst, sind aber auch für die Produktion der Wirkstoffe verantwortlich. Sie gehören zu den Hauptproduzenten von Terpenen und Cannabinoiden, weshalb sie von so großer Wichtigkeit sind. Für Personen, die sich im Eigenanbau von Cannabis versuchen möchten, gibt es einige Tipps, damit die Pflanzen möglichst viele Trichome ausbilden.
Wenn die Trichome eine milchig-weiße Farbe angenommen haben, ist der beste Erntezeitpunkt für THC-reiches Cannabis gekommen. Wenn du noch etwas wartest, werden die Trichome bernsteinfarben, was auf eine mildere, ausgeglichenere Wirkung hindeutet.
Cannabis Trichome sind für die Produktion von Cannabinoiden und Terpenen verantwortlich, sodass sie bestimmen, wie das Cannabis wirkt und welches Aroma es hat.
Es gibt unterschiedliche Arten von Cannabis Trichomen, du kannst mit dem bloßen Auge jedoch nur die erkennen, die wie kleine haarähnliche Kristalle auf Blüten und Blättern sitzen. Sie haben einen kleinen Stiel und einen kugeligen Kopf. Zu Beginn sind sie transparent, werden mit der Zeit aber milchig bis bernsteinfarben.
Üblicherweise dauert es ein bis zwei Wochen, bis milchige Cannabis Trichome bernsteinfarben werden. Bei einigen Cannabissorten kann es jedoch auch länger dauern.