Cannabis-Rezept für Kassenpatienten: Kostenübernahme & Beantragung einfach erklärt
|
|
Lesezeit 7 min
|
|
Lesezeit 7 min
Bei bestimmten Erkrankungen kommt Cannabis als alternative Therapiemöglichkeit infrage. Doch wie erhalten Kassenpatienten ein Cannabis-Rezept? Und was solltest du beachten, ehe du dir Cannabis auf Rezept verordnen lässt? Alles Wissenswerte rund um Kostenübernahme und Beantragung erfährst du in diesem Artikel.
Medizinisches Cannabis umfasst standardisierte Cannabisprodukte, die streng kontrolliert werden.
Ärzte können Kassenpatienten ein Cannabis-Rezept ausstellen, wenn eine schwere Erkrankung vorliegt.
Eine Genehmigung seitens der Krankenkasse ist zwar nicht mehr nötig, doch ein Antrag auf Kostenübernahme ist sinnvoll.
Es ist heute dank der Teillegalisierung 2024 gar nicht mehr schwierig, ein Cannabis-Rezept als Kassenpatient zu erhalten.
Vielen denken, wenn sie den Begriff „Cannabis“ hören, zunächst an eine Droge. Tatsächlich wurde die Cannabispflanze immer wieder aufgrund ihrer potenziell berauschenden Wirkung missbraucht. Allerdings steckt in der Pflanze noch viel mehr. Richtig dosiert und angewandt kann Cannabis sogar einen medizinischen Nutzen erfüllen.
Bereits seit 2017 kann Cannabis in Deutschland auf Rezept erhalten werden. Lange Zeit sah der Prozess so aus, dass du einen Antrag bei deiner Krankenversicherung stellen musstest und das Rezept Medizinalcannabis erst dann erhalten hast, wenn er genehmigt wurde. Seit 2024 dürfen Ärzte ganz unkompliziert Cannabis-Rezepte ausstellen. Eine Genehmigung durch die Krankenkasse muss nicht mehr erfolgen. Das liegt daran, dass Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz ausgegliedert wurde.
Unter „Medizinalcannabis“ bzw. „medizinisches Cannabis“ versteht man standardisierte Cannabisprodukte, die als Arzneimittel verwendet werden. Sie werden unter streng kontrollierten Bedingungen angebaut und verarbeitet. Dazu zählen getrocknete Blüten sowie Cannabis-Extrakte oder Fertigarzneimittel wie Tabletten, Kapseln, Salben und mehr.
Cannabis auf Rezept erhalten diejenigen Patienten, die unter einer schweren Erkrankung leiden oder chronische Beschwerden haben. Eine weitere Voraussetzung besteht darin, dass herkömmliche Therapien bereits ausgetestet wurden und nicht die gewünschte Wirkung erzielen oder zu starke Nebenwirkungen mit sich bringen. Es muss zudem davon ausgegangen werden können, dass sich die Beschwerden durch die Einnahme von Cannabis reduzieren.
Klassischerweise kommt Medizinalcannabis in folgenden Szenarien infrage:
Auch andere Erkrankungen und Beschwerden geben Indikation für eine Cannabistherapie. Wichtig ist in jedem Fall die individuelle Abklärung bei deinem Arzt, damit die Vorgehensweise gefunden werden kann, die dir die besten Chancen auf Linderung ermöglicht.
Möchtest du eine Cannabistherapie beginnen und benötigst ein Cannabis-Rezept als Kassenpatient? Wir haben die wichtigsten Tipps für dich, wie du Cannabis auf Rezept erhältst. Halte dich dazu einfach an unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Wenn du als Kassenpatient dein Cannabis-Rezept in der Apotheke einlösen möchtest, stellst du womöglich fest, dass die Auswahl an Produkten nicht gerade groß ist. Daher empfiehlt es sich, dich an eine spezialisierte Cannabis-Apotheke zu wenden. Diese gibt es vor Ort oder auch online. So findest du das passende Medizinalcannabis für deine Bedürfnisse.
Wie bereits erwähnt, zahlt die Krankenkasse tatsächlich nicht die vollen Kosten für deine Cannabistherapie. Als Kassenpatient bekommst du dein Cannabis auf Rezept also nicht direkt kostenlos.
Damit überhaupt Kosten übernommen werden, musst du folgende Voraussetzungen mitbringen:
Das Cannabis-Rezept ist für Kassenpatienten grundsätzlich kostenlos. Was du jedoch selbst zahlen musst, ist die übliche Rezeptgebühr. Diese beträgt 10 % des Preises für das Medikament, allerdings mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro.
Damit Ärzte ein Cannabis-Rezept an Kassenpatienten ausstellen dürfen, benötigen sie eine bestimmte Qualifikation. Bei folgenden Ärzten bist du gut aufgehoben, wenn du eine Cannabistherapie beginnen möchtest:
Auch Ärzte in den Bereichen Schlafmedizin, Palliativmedizin, Geriatrie, Schmerztherapie oder medikamentöser Tumortherapie können Kassenpatienten ein Cannabis-Rezept ausstellen, ohne dass es die Krankenkasse genehmigen muss.
Vielleicht möchtest du mit deinem Anliegen jedoch nicht deinen Hausarzt aufsuchen oder hast keinen entsprechenden Spezialisten in deiner Nähe. In diesen Fällen kannst du ein Cannabis-Rezept als Kassenpatient auch einfach online beantragen. So wie du auch legal eine Online-Krankschreibung erhalten kannst, ist es dank Telemedizin möglich, auch ein Rezept für Medizinalcannabis zu bekommen.
Wichtig ist dabei nur: Das Rezept wird dir von einem Arzt ausgestellt, der auch dazu befugt ist. Dazu hast du zwei Optionen:
Als Telemedizin werden alle ärztlichen Leistungen bezeichnet, die von der Ferne mithilfe der Telekommunikation durchgeführt werden. Eine telefonische Beratung durch einen Arzt ist also ebenso eine telemedizinische Leistung wie eine Sprechstunde via Videocall.
Einige telemedizinische Plattformen haben sich auf Cannabistherapien spezialisiert. Das hat den großen Vorteil, dass du einen kompetenten Ansprechpartner am anderen Ende der Leitung hast, der dich ausführlich über medizinisches Cannabis aufklären kann. Zudem ist es dadurch oft einfacher, ein Cannabis-Rezept als Kassenpatient zu bekommen.
Wenn du als gesetzlich Versicherter eine private Krankschreibung über eine entsprechende Plattform erhältst, zahlst du üblicherweise eine Gebühr. Das Gleiche gilt für die Ausstellung von Rezepten. Das liegt daran, dass es sich um eine privatärztliche Leistung handelt. Wenn du jedoch direkt über den Kontakt einer Arztpraxis gehst, ist es wahrscheinlich, dass diese Kosten nicht anfallen.
Wichtig: Damit das Cannabis-Rezept für dich als Kassenpatient wirklich gültig und legal ist, solltest du nur seriöse Online-Anbieter wählen. In Deutschland dürfen nach wie vor nur echte Ärzte Cannabis auf Rezept verordnen!
Wenn du einen Antrag bei der Krankenkasse auf Kostenübernahme einreichst, bedeutet das nicht automatisch, dass diese die Kosten gleich übernimmt. Wenn dein Antrag abgelehnt wird, musst du jedoch nicht zwangsläufig selbst für deine Cannabistherapie aufkommen.
Die Kriterien für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse sind streng. Was du als Kassenpatient jedoch tun kannst, um ein kostenloses Cannabis-Rezept zu erhalten ist: Widerspruch einlegen.
Dieser Widerspruch muss schriftlich erfolgen und begründet sein. Nimm dazu Stellung, warum du mit der Entscheidung deiner Krankenversicherung nicht einverstanden ist. Ideal ist eine ärztliche Stellungnahme, weshalb du dich unbedingt mit deinem behandelnden Arzt in Verbindung setzen solltest.
Wie lange es dauert, bis die Versicherung deinen Widerspruch bearbeitet hat, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wenn der Medizinische Dienst involviert ist, kann es durchaus länger dauern, bis du eine Antwort bekommst.
Falls die Krankenkasse nicht zu neuen Erkenntnissen kommt, kann sie deinen Antrag auf Kostenübernahme nach wie vor ablehnen. In diesem Fall hast du die Option, Klage beim zuständigen Sozialgericht zu erheben, was ebenfalls kostenlos ist.
Alternativ kannst du als Kassenpatient ein kostenpflichtiges Cannabis-Rezept in Kauf nehmen. So trägst du zwar die Kosten für deine Cannabistherapie selbst, doch das Medizinalcannabis bleibt dir nicht verwehrt. Man spricht in dem Fall von einem Privatrezept, da du als Selbstzahler auftrittst.
Als Kassenpatient kannst du heute einfacher denn je ein Cannabis-Rezept erhalten. Um nicht selbst für deine Cannabistherapie zahlen zu müssen, solltest du einen Antrag auf Kostenübernahme bei deiner Krankenversicherung einreichen. Falls dieser abgelehnt wird, hast du die Möglichkeit, einen Widerspruch einzulegen oder zu klagen. Was jedoch sicher ist: Kassenpatienten erhalten 2025 ein Cannabis-Rezept von ihrem Arzt problemlos, wenn eine entsprechende Indikation vorliegt.
Die meisten Ärzte in Deutschland sind befugt, Kassenpatienten Cannabis auf Rezept auszustellen. Auch online gibt es Ärzte, die sich darauf spezialisiert haben und dich eingehend beraten und dir eine Verordnung übermitteln können. Kostenlos ist deine Cannabistherapie jedoch nur, wenn du einen Antrag bei der Krankenkasse stellst und dieser auch genehmigt wird.
Ja, einige telemedizinische Plattformen haben sich auf Cannabistherapien spezialisiert und können dir nicht nur eine fundierte Beratung geben, sondern dir auch ein entsprechendes Cannabis-Rezept für Kassenpatienten ausstellen.
Wenn du möchtest, dass die Krankenkasse die Kosten für deine Cannabistherapie übernimmt, musst du einen entsprechenden Antrag einreichen. Ansonsten melden Ärzte deiner Versicherung nicht, dass du ein Cannabis-Rezept bekommen hast – selbst bei Kassenpatienten.
Als Kassenpatient kannst du ein Cannabis-Rezept dann erhalten, wenn eine schwere Erkrankung vorliegt, bisherige Therapien erfolglos waren und der Verdacht naheliegt, dass Cannabis deine Beschwerden lindern kann. Die Voraussetzungen sind daher streng – noch strenger werden sie jedoch betrachtet, wenn es um die Kostenübernahme durch die Krankenkasse geht.